· 

Tag 41 - Maltesermühle in Herrenstrunden

Angeblich ist die Maltesermühle noch älter als die Komturei selbst, der erste Pachtbrief soll vom 1329 stammen. Die alte Wassermühle wurde über Jahrhunderte von Pächtern betrieben und besaß ein Mühlrad mit der Kraft von fünf Pferden, natürlich angetrieben von der Strunde.

Mehrfach stand das Gebäude vor dem Verfall, 1728 soll es so beschädigt gewesen sein, dass sich das Mühlrad nicht mehr bewegen ließt und der Müller seine Geschäftsgrundlage verlor.

Daraufhin ließ Komtur Freiherr von Wachtendonk einen Neubau errichten, berichtet Andreas Kaul in der „Kulturlandschaftlichen Inventarisierung des oberen Strundetal“ von 2007. Für das neue Gebäude wurde der sumpfige Untergrund mit Erlenpfählen und Eichenschwarten befestigt.

Es entstand der heute bekannte eingeschossige Bruchsteinbau mit zwei Mühlrädern, der zunächst weiß verputzt war. Das Krüppelwalmdach mit den Dachgauben und einem Schornstein bestand damals aus roten Ziegeln.

Alle Fensterläden und Türen trugen das Malteserkreuz. Über der Eingangstür des Mühlenhauses befindet sich das Wappen der Familie Wachtendonk mit dem Johanniterkreuz und der Inschrift: „Karl Frans Freiherr von Wachtendonk, Herr zu Germenzell. S.J.D. Ritter und Commandeur zu Herrenstrunden“.

Knapp 100 Jahre später war das Gebäude erneut baufällig, 1821 waren mehrere Kopfbalken geschädigt, die Mauer an die Wasserseite drohte einzustürzen. Der Staat, der die Komturei samt Mühle verstaatlicht hatte,  versuchte, die Mühle zu verkaufen. Dann brach am 9. Juni 1824 der Damm des Mühlteiches und der gesamte Bach wurde bis zum Gut Schiff mit Schlamm verunreinigt.

1835 kaufte der Landwirt Theodor Koch das Anwesen der Komturei mit dem Wirtschaftshof und der Mühle. 1894 erwarb die Firma J.W. Zanders das Anwesen. In der ganzen Zeit war die Mühle an diverse Betreiber verpachtet. Nach 1930 wurde die Maltesermühle von den Pächtern Josef Hambüchen (Landwirt) und Josef Eck (Bäcker) für den eigenen Bedarf genutzt.

1944 brach der Mühlengraben ein weiteres Mal, der Betrieb der Mühle wurde eingestellt. 1961 wurde das Gebäude am „Malteser Weg” umfassend saniert und wird seitdem als Wohngebäude genutzt. Zwar ist das aktuelle Reetdach des Gebäudes nicht historisch, die Grundstruktur des alten Baus ist aber noch gut zu erkennen.

Maltesermühle in Herrenstrunden

Kommentar schreiben

Kommentare: 0