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Fotografische Veränderungen und eine Meisterschülerin von Beuys

Moin Ihr lieben...

Es ist still geworden auf meinem Blog und auf Social Media. Dabei gibt es gerade aus der zweiten Jahreshälfte 2020 jede Menge zu berichten. Seit Juli 2020 bin ich fest im Team des Bürgerportals Bergisch Gladbach und damit hat sich auch fotografisch vieles geändert. Ich bin wieder sehr deutlich in Richtung Reportage gerückt. Als ich noch Hochzeiten fotografiert habe, war die Reportage quasi mein "täglich Brot". Es galt, die Geschichte des schönsten Tages, im Leben eines jungen Paares zu erzählen. Und heute versuche ich, Geschichten aus Bergisch Gladbach zu erzählen. So durfte ich beispielsweise vor der Kommunalwahl die beiden aussichtsreichsten Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters begleiten. Auch hier galt es, die Geschichte eines Tages zu erzählen. 

Anfangs dachte ich, ich sei ein bisschen eingerostet. Aber sehr schnell zeigte sich, dass es den "alten" Thomas noch gibt - eine 30mm-Festbrennweite auf der Kamera, stets nach Vordergründen und Geschichten suchend. Wie sehr hat mir das doch gefehlt?! Man lernt so viele spannende Leute kennen, muss sich immer auf neue Situationen einstellen und kann wahnsinnig kreativ sein. Es gibt kaum etwas schöneres. 

 

Ausstellung der Malerin und Bildhauerin Hede Bühl im Kunstmuseum Villa Zanders

In den folgenden Blog-Beträgen möchte ich gerne ein wenig zeigen, was ich im letzten halben Jahr so getrieben habe.
Am kommenden Montag dürfen Geschäfte und auch Museen wieder öffnen. Darum beginne ich mit einer sehr aktuellen Geschichte. Schon seit März  wartet  "Imago - Arbeiten auf Papier" darauf, der Öffentlichkeit gezeigt zu werden. Die Ausstellung von Hede Bühl, einer Meisterschülerin von Josef Beuys, war bisher nur virtuell zu sehen. Im Dezember war die Künstlerin in Bergisch Gladbach und ich durfte dabei sein. 

 

Während die Künstlerin anfangs ihre Arbeiten noch betitelt, bleiben ihre Werke später ohne Titel. So auch diese Skulptur von einem Kopf. Bezeichnend für Hede Bühl ist, dass oft die Sinnesorgane fehlen. 

Die Künstlerin vor einem, ihrer Selbstporträts aus den früher 1960er Jahren. 

Hede Bühl im Gespräch. 

Petra Oelschlägel, Direktorin des Kunstmuseums Villa Zanders, führte durch die Ausstellung. Sehr beeindruckend erklärte sie die einzelnen Exponate. Hier eine Wächterfigur aus dem Jahre 1975. 

„Bei Hede Bühl geht es nicht um das Abbild eines Individuums, vielmehr um die Frage inwieweit der Mensch ein soziales Wesen ist”, erklärt Petra Oelschlägel. Die Bilder würden Fragen aufwerfen, was das Menschsein ausmache, wie man sich aushalten könne. Sie sind damit von enormer Aktualität: In einer Zeit, wo man aufgrund der Pandemie auf Nähe verzichten muss.

Ein Wächter ohne Augen begrüßt den Besucher auch beim Erreichen der ersten Etage. Hier füllt ein ehrfurchtgebietender Torso den Raum. „Eine Begrüßung ohne offenen Blick, vergleichbar mit der Begrüßung ohne Handschlag, die wir in der Pandemie immer wieder erleben”, beschreibt Petra Oelschlägel.

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