Im zweiten Quartal des Jahres ging es Schlag auf Schlag. Die Ausstellungen knubbelten sich regelrecht, weshalb dieser Blogbeitrag auch etwas länger wird. Also holt Euch einen Kaffee, wir springen rein! Den Anfang macht die Galerie Schröder und Dörr in Refrath.
Rosemarie Stuffer - "Knospe - Blüte - Blatt - Samen"
Die Ausstellung in der Galerie Schröder & Dörr in Bergisch Gladbach zeigt eine Auswahl von Stuffers botanischen Kunstwerken, die durch ihre Kombination aus Lässigkeit, Witz und geschickter Reduktion überzeugen. Die Werke thematisieren den Wert der Natur und laden die Betrachter dazu ein, über die Bedeutung von Pflanzen und deren Lebenszyklen nachzudenken.
Hendrina Krawinkel - Wild Energy
In ihrer ersten Einzelausstellung zeigt Hendrina Krawinkel eine opulente Werkschau mit Gemälden, Collagen, Objekten, Skizzen und Installationen, die in den letzten Jahren entstanden sind.
Zentrales Thema ihrer Arbeiten ist die Natur, insbesondere der Urwald, den sie als Bühne für Ursprünglichkeit, Vielfalt, Farbigkeit, Leben und Tod, Ordnung und Chaos nutzt. Krawinkel bewegt sich dabei zwischen konkreter Darstellung und Abstraktion und legt Wert auf individuellen Ausdruck statt auf genaue Wiedergabe.
Mit ihren farbenprächtigen Kunstwerken möchte sie Freude schenken, aber auch mahnen, dass Umwelt und Natur nicht unendlich belastbar sind und der Mensch sich des Leids der Tiere bewusst sein sollte.
Dementia + Art in der Villa Zanders
Das Kunstmuseum Villa Zanders in Bergisch Gladbach bietet mit dem Programm „Dementia + Art“ ein inklusives Format für Menschen mit Demenz und ihre
Angehörigen. Einmal im Monat lädt das Museum zu einer besonderen Begegnung mit Kunst, Musik und Gemeinschaft ein.
Im Mittelpunkt stand die aktive Teilhabe: Die Teilnehmer:innen betrachten ausgewählte Kunstwerke, tauschen sich darüber aus und erleben gemeinsame musikalische Momente – oft begleitet von
bekannten Liedern wie „Veronika, der Lenz ist da“, die Erinnerungen wecken und emotionale Zugänge eröffnen. Danach klingt der Nachmittag bei Kaffee und
Kuchen im Grünen Salon aus.
Das Museumsteam, darunter Museumspädagogin Claudia Betzin, setzt auf eine mehrsinnige Ansprache, um sogenannte „Erinnerungsinseln“ zu aktivieren. Bilder, Musik und Gespräche helfen dabei, Brücken
zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen. Grundlage ist das Konzept der Organisation „dementia+art“, das auf Teilhabe und kulturelle
Vermittlung für Menschen mit Demenz ausgerichtet ist.
„Dementia + Art“ findet regelmäßig im Kunstmuseum Villa Zanders statt. Interessierte Gruppen konnten sich für eine Teilnahme anmelden.
Wolfgang Heuwinkel - Orient und Okzident
Die Ausstellung „Orient und Okzident: Verbindende Zeichen“ in der Thomas-Morus-Akademie in Bergisch Gladbach zeigte eine besondere Zusammenarbeit
zwischen dem deutschen Künstler Wolfgang Heuwinkel (1938–2022) und dem tunesischen Kalligrafen Nja Mahdaoui (*1937).
Heuwinkel, in Detmold geboren und lange in Bergisch Gladbach zuhause, ist bekannt für seine experimentellen Aquarelle, die er durch Risse, Schnitte und Dehnungen des Papiers verfremdet. Mahdaoui
hingegen arbeitet mit abstrakten, nicht lesbaren Schriftzeichen und machte sich mit seiner expressiven Kalligrafie international einen Namen.
Die beiden trafen Anfang der 1990er-Jahre in Tunis aufeinander und entwickelten eine Arbeitsweise, bei der Heuwinkels Farbflächen von Mahdaoui kalligrafisch ergänzt wurden. So entstanden großformatige Werke, in denen Materialität und Struktur auf rhythmische Ornamentik treffen – ein Dialog zweier Künstler und Kulturen, der Harmonie und gegenseitiges Vertrauen spürbar macht.
Claudia Betzin - einerseitsandererseits
Die Ausstellung „einerseitsandererseits“ von Claudia Betzin in der Galerie Schröder und Dörr in Bergisch Gladbach zeigte eine spannende Verbindung
von Druckgrafik und Rauminstallation. Betzin kombinierte unkonventionelle Materialien mit der Übernahme alltäglicher Strukturen und verwandelte Schnitt und Druck in vielfältige Unikate – als
Tableaus, Solitäre oder raumgreifende Installationen.
Im Mittelpunkt standen die Werkgruppen „Rheingold“ und „alloverblue“. Für letztere nutzte Betzin
Papierseiten aus Atlanten, die sie im transparenten Holzdruck mit Ölfarbe bearbeitete. Entstanden sind durchscheinende Schichten mit Mikrostrukturen und rhythmischen Farbaufträgen, ergänzt durch
Aussparungen, die sie von Rissen im Asphalt übernommen hatte.
Ergänzt wurden die Arbeiten durch Rauminstallationen aus hängenden Stoffbrettern, wie sie in Stoffgeschäften verwendet werden. Betzin bemalte sie weiß und versah sie beidseitig mit Einschnitten, die an Schnittmuster aus Modeheften der 1950er Jahre erinnerten. Verbunden zu Vorhängen, schufen die Bretter Einblicke, Durchblicke und strukturierten den Raum auf spielerische Weise.
Mechthild Frisch - Sehstücke
Die Ausstellung „Sehstücke“ von Mechtild Frisch im Kunstmuseum Villa Zanders in Bergisch Gladbach präsentiert eine umfassende Retrospektive ihres künstlerischen Schaffens von den 1980er Jahren bis 2022. Die Künstlerin, geboren 1943, ist bekannt für ihre Arbeiten mit Kartonagen und Pappen, die sie durch Perforationen und Einschnitte transformiert. Durch diese Techniken entstehen Werke, die das Spiel von Licht und Schatten nutzen, um den Raum zu durchdringen und dem Betrachter neue Perspektiven zu eröffnen.
In der Ausstellung waren sowohl großformatige Kartonarbeiten als auch kleinere Formate zu sehen. Ein besonderes Highlight ist das „Schneewittchenstück“ von 1994, eine pechschwarze Kartonkiste, die durch ihre Perforationen nahezu durchsichtig wirkt. Erstmals in der Öffentlichkeit zu sehen war die Arbeit Rillomantie. Ein Tableau, das virtuos Druckspuren auf den Kartonagen des Hundefutters Chappi aufgreift.
Künstler:innen aus Bergisch Gladbach und Marjampolé - Dialog Ost West
Die Ausstellung „Dialog Ost-West“ im Kreishaus Bergisch Gladbach zeigte die künstlerische Verbindung zwischen Deutschland und Litauen. Über 20
Künstler:innen des Arbeitskreises der Künstler Bergisch Gladbach (AdK) und zehn Kunstschaffende aus der litauischen Partnerstadt Marijampolé präsentierten Werke, die sich mit dem Erleben von
Zeitgeschehen sowie der Wahrnehmung von Zeit und Raum auseinandersetzten.Zu sehen waren Malerei, Zeichnung, Collagen, Fotografie, Skulpturen und Installationen.
Ein zentrales Thema der Ausstellung war die Frage, was Litauen und Deutschland mehr als 30 Jahre nach Unabhängigkeit und Wiedervereinigung verbindet. Die Arbeiten luden dazu ein, unterschiedliche Erfahrungen von Zeit und Raum durch die Kunst zu erkunden.
Papiermühle Alte Dombach - Must have
Die Ausstellung „Must Have. Geschichte, Gegenwart, Zukunft des Konsums“ im Papiermuseum Alte Dombach in Bergisch Gladbach bietet einen umfassenden Überblick über die Entwicklung des Konsums in den letzten 250 Jahren. Anhand von über 400 Exponaten aus den Sammlungen des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) zeigt die Ausstellung, wie sich Konsumgewohnheiten und -bedürfnisse im Laufe der Zeit verändert haben.
Die Ausstellung beginnt mit einem Blick auf das Leben in vorindustrieller Zeit, in dem Konsum vor allem der Existenzsicherung diente. Sie führt weiter über die Entstehung von Markenartikeln und Warenhäusern um 1900, beleuchtet den Konsum in Zeiten von Mangel und Wirtschaftswunder und endet mit aktuellen Fragen rund um Nachhaltigkeit und Digitalisierung.
Die Ausstellung ist noch bis zum 21. Dezember 2025 zu sehen. Öffentliche Führungen finden regelmäßig statt und bieten vertiefende Einblicke in die Thematik.
Stadtteilhaus Bergisch Gladbach - Paint it!
In der Ausstellung präsentierten junge Künstlerinnen und Künstler eine vielfältige Auswahl an Arbeiten, die verschiedene Stile und Techniken der Malerei umfassen. Die Werke reichten von fotorealistischen Darstellungen über pointillistische Kompositionen bis hin zu abstrakten und naiven Malereien. Einige Arbeiten zitieren bekannte Künstler wie Vincent van Gogh oder Edvard Munch, während andere sich durch Action Painting oder andere moderne Stilrichtungen auszeichnen. Die Ausstellung bot einen Einblick in die kreative Vielfalt und das handwerkliche Können der jungen Künstlerinnen und Künstler.

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